Die erste Begegnung mit unserm Podenco

Podencos

Die Haltung

Podencos sind schlanke, leichtfüßige und sehr schnelle Hunde. Die  Bewegung des Hundes gleicht der eines Rehes, denn auch die Beine des Podencos sind sehr lang und damit ist der Bewegungsablauf ähnlich. Man kann dieses vor allem beim Durchqueren von hohem Gras oder Wiesen beobachten: Wie leichtfüßig  der Podenco springt, um mit dem Kopf über dem Gras zu bleiben, um so die Kontrolle zu behalten. 

 

Podencos sind ausgesprochen soziale Hunde. Sie sind sehr freundlich und zurückhaltend, auch gegenüber ihren Artgenossen. 

In den meisten Fällen werden Podencos  für die Jagd eingesetzt. Früher wurden sie unter sehr schlechten, um nicht zu sagen unwürdigen Bedingungen gehalten, das hat sich mittlerweile etwas verbessert. Es gibt inzwischen Gesetze zum Schutz der Tiere. Darin enthalten ist unter anderem die Anzahl  der Tiere, die in einem Zwinger leben dürfen. Dennoch ist eines geblieben: Tiere die nicht gut jagen und keine Beute mitbringen, werden oft zurückgelassen. Sie versuchen dann irgendwie zu überleben. Manche Podencos wurden sogar  geschändet, d.h. sie wurden im Wald am Baum zur Schau aufgehängt. 

Das Überleben der armen Tiere, wenn sie zurück gelassen wurden,  ist im Sommer fast nicht möglich, da das Wasser rar ist. Das Aufnehmen von Nahrung ist da nicht ganz so schwer,  Obst und Abfälle so wie Hasenkot oder Echsen stehen dann auf dem  Speiseplan. Die meisten Podencos, die uns im Wald begegnet sind, waren sehr ängstlich und scheu. So ist es nicht leicht ihnen Nahrung und Flüssigkeit anzubieten. Grundsätzlich ist der beste Weg, wenn einem ein Hund im Wald begegnet, die Tierrettung im jeweiligen Ort zu informieren, damit sie sich dem Tier annehmen können. Die Jagdhunde tragen meistens keine Halsbänder und sind nicht gechipt.

 

Die Begegnung

 

Es war ein ganz normaler Tag an dem wir immer am frühen Abend mit unserem Hund spazieren gehen.

Jeden Tag versuchen wir einen andere Ort zu finden oder ein anderes Waldstück zu nehmen, damit wir und unser lieber Hund eine Abwechslung haben.  An diesem Abend hat uns unaufgefordert eine Podencodame begleitet. Sie kam uns entgegen und wich uns nicht mehr von der Seite. Das Verhältnis zu unserem Hund nach der Begrüßung war ziemlich gleichgültig, dennoch nett. Das Interesse galt eher dem Menschen, also uns.

Beim Laufen holte sie sich hin und wieder einen Schmuser von uns ab,  in dem sie sich an das Bein drückte. Ach ja und eines war ganz sicher: Wir wollten auf keinen Fall einen zweiten Hund. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Klar war auch, dass dieser wunderschöne Podenco  dringend nach Hause zurück musste, es hätte ja auch sein können, dass sie sich verlaufen hatte. Kaum war die Autotür auf und unser Hund im Auto auf seinem Platz, folgte schon der Gasthund ohne zu zögern. Wir fuhren erst einmal zum Tierarzt, um den hoffentlich vorhandenen Chip auszulesen, Wie wir uns aber schon dachten, hatte er keinen. Na dann, ab nach  Hause. Erst einmal gab es etwas zu essen. Vor lauter Aufregung und Freude machte unser Gast eine kleine Pfütze in das Wohnzimmer. Wir machten Fotos von der Hündin, um Aushänge zu auszudrucken und haben ein Inserat im Internet geschaltet. Wir haben unserm Gast ein kuscheliges Quartier zugewiesen, welches auch dankbar angenommen wurde. Die Nacht war ruhig. Der Unterschied zwischen drinnen und draußen hatte unser Gasthund nicht im Fokus. Geschäfte erledigte sie drinnen wie draußen. 

 

 

 

Die Entwicklung

Am Zweiten Tag in unserer Obhut haben wir entschieden, ihr einen vorübergehenden Namen zu geben. Das machte es für uns leichter. Nummer Zwei wurde sie ab jetzt von uns gerufen. Der Name war nicht sehr kreativ, aber  wir wollten das Ganze auch gar nicht so nah an uns heranlassen. Denn wenn sie vom Besitzer abgeholt würde, hätte es uns das Herz gebrochen. Das war also eine Schutzmaßnahme von uns. 

Nun kam es erst einmal ungeplant anders.

Am nächsten Tag machte Nummer Zwei keinen guten Eindruck. Ihre Nase und die Ohren  waren sehr warm und sie bewegte sich immer langsamer und wurde ruhiger.

Das beobachteten wir nun noch einen weiteren Tag und es ging ihr noch etwas schlechter. 

An Tag vier  gingen wir dann zum Tierarzt. Denn es kamen auch noch Ausfluss und Blutungen hinzu. Es wurde festgestellt, dass die Gebärmutter total entzündet und vereitert war. Sie hätte wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben gehabt. Natürlich musste der gesamte Inhalt des Unterleibes ausgeräumt werden, um die Überlebenschancen zu erhöhen. Nach zwei Tagen bekamen wir die Nachricht das Nummer zwei schwach ist, aber bereit zum Abholen.

Die Tierärztin konnte feststellen, das Nummer Zwei wohl auch gerade erst Junge bekommen hat. Vielleicht war dem Halter der Zustand von Nummer Zwei bekannt und er ließ sie deswegen zurück? Das ist allerdings nur eine gewagte These.

Beim Eintreten in die Klink, hatte Nummer Zwei wohl unsere Stimmen vernommen und ein klägliches Geräusch von sich gegeben. Das war wohl die Begrüßung. 

 Die Ärztin fragt zum Schluss noch: Soll ich mich weiter umhören, ob jemand den Hund übernehmen möchte?

 Fortsetzung 

 

Podencos bei der Jagd